Buchbesprechung – „Mohamed. Eine Abrechnung“

Auf den Punkt gebracht und schön zusammengefasst. Mit derartigen Rezensionen kann man sicherstellen, manch einem „Schund“ nicht unnötig mehr finanzielle Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Toller Beitrag von Caroline Neumüller alias Hannibal-Nur

♥ Hannibal-Nur ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

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das kürzlich erschienene und sehr umstrittene Buch „Mohamed. Eine Abrechnung“ von Hamed Abdel-Samad wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem SPIEGEL Bestseller.

Ich habe mir die Zeit genommen, das Buch zu lesen und einen Kommentar dazu zu schreiben:

Rezension – Mohamed. Eine Abrechnung. CN 10-2015

Mit nachdenklichen Grüßen und Salam

Hannibal-Nur (Caroline)

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Synfonie der Vielfalt: Aşure

Heute ist der 10. Muharram im islamischen Kalender. Für gewöhnlich kocht man an diesem Tag eine Süßspeise aus ganz unterschiedlichen Zutaten, die man eigentlich aus anderen Speisen kennt: Asure.

Auch ich zähle zu den großen Fans dieses süssen Puddings, den Noah laut Überlieferung auf der Arche aus  den restlichen Lebensmitteln gekocht haben soll, als alles quasi schon fertig war. Ich bin jedes mal überrascht, wie Weizen, Kichererbsen, Granatapfel und Co. so gut harmonieren können. Viele Köche*Innen bemessen sich gerne an dieser Süßspeise. Nicht jeder kann die Harmonie der Vielfalt im Kochtopf dirigieren. Die Kichererbse gibt gern vorlaute Töne von sich, und der Weizen ist überall. Die Granatapfel Stückchen tun sich gut mit Pistazienkernen, wollen aber nichts vom Sesam wissen. Das hier ist aber kein Solo meine Lieben, alle zusammen, und je vielfältiger desto besser. Keine Angst, es geht keiner unter, alle kommen dran, jeder ist unentbehrlich und bitte bleib so wie du bist!

Ich habe mir vorhin beim Kochen gedacht, ob man den Pegida-Leuten wohl mal davon zu essen geben sollte, dann würde es ihnen sicherlich besser gehen; Sie würden endlich verstehen, es würde ihnen im Kopf ein Licht und im Herzen ein Tor aufgehen. Naja! Eine Idee ist es sicherlich wert.

Die Schwierigkeit der Asure liegt meiner Meinung nach nicht bei der Zubereitung. Der Hacken ist oder war bisher immer das damit zusammenhängende Verteilen. Sinn der ganzen Aktion ist nämlich, dass man diese Speise an Nachbarn und Freunde verteilt! So und jetzt leben wir aber in einem extrem Allergie-lastigem und individualistisch- zurückgezogenen Zeitalter. Mag mein Nachbar überhaupt Asure? Vielleicht sieht es ja aus seiner Perspektive nicht mehr wie eine Sinfonie der Vielfalt aus, sondern eher wie „vorher schon mal gegessen und ausgespuckt“? Diese Hürde habe ich bereits vor Jahren übersprungen. Ich pimpe mein Asure gerne visuell- Deko-technisch gerne mit allen Nüssen und Stücken gerne auf, so dass es im Schälchen „nett“ aussieht. Dann mache ich einfach Klingelputz bei den Nachbarn, erzähle ein bisschen was dazu. Nachbarschaft-Gemeinschaft und kulinarisch sind meine Schlagworte. Dieses Format eignet sich übrigens perfekt, sich neuen Nachbarn vorzustellen. Smalltalk im Treppenhaus mit Asure, dann muss es doch klappen mit der Nachbarschaft. Ich muss sagen, ich hatte bisher immer ganz liebe Nachbarn. Sie freuen sich immer wenn ich etwas vorbeibringe. Ob sie es dann auch essen und mögen, ist nicht die Aufgabe. Sich überwinden und zwischenmenschlich kommunizieren, das ist der springende Punkt.

 

Was ist hier drin?

Ich habe kein Patentrezept aber die Legende besagt, dass man die Zutaten am besten immer am 10. Muharram kauft damit man immer etwas zu essen hat und dass in der Küche stets Fruchtbarkeit (Google übersetzt mir Bereket damit?!) herrscht. Man sollte immer mindestens 7 Zutaten für die Speise bereitstellen.

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Ich habe folgende Zutaten der Grundmasse mit Wasser zu einem Pudding gekocht:

  • Weizen
  • Kichererbsen
  • Reis
  • Zucker
  • Sesam
  • Aprikosen
  • Rosinen
  • Orangenat
  • Feigen
  • Korinthen
  • eine abgeriebene Schale einer Zitrone

alles klein und fein und lange lange kochen. Weizen und Kichererbsen wurden am Abend zuvor in Wasser eingelegt. In der Dekoration ist jeder frei, nach Lust und Laune….Ich habe Granatapfel, Pistazien, Haselnuss, Mandel, Walnüsse und Pinienkerne.

Ich habe das Privileg, das erste Schälchen zu genießen. Danach mache ich mich auf und verteile… Asure kann man nicht einfach so kochen oder essen. Asure muss man leben! In diesem Sinne happy Cuma, happy Asure….

Das kleine „Helal Einmaleins“

Es gab wiedermal Geburtstag im Kindergarten. Die Mutter des Geburtstagskindes richtete freudig die Torte und das Essen auf dem Tisch in der Gruppe vor. Sie kam lächelnd auf den Jungen und dessen Schwester zu und sagte freundlich: „Für euch zwei Süssen haben ich Pferdesalami mitgebracht. Ich weiss, dass ihr Moslems seid und kein Schwein essen dürft“. Die Geschwister schauten sich kurz an und überlegten. Ihre Eltern hatten nichts von Pferdesalami gesagt. Schwein war schlecht, nein es war sogar verboten, aber Pferd? Nein, Pferd war in Ordnung, sonst hätten die Eltern das auch erwähnt. Höflich bedankten sich die Kinder und aßen von der unbekannt neuen Kost. Zuhause erzählten die beiden von ihrem kulinarischen Erlebnis nichtsahnend. Der Vater schaute die Kinder etwas genervt und auch einwenig entsetzt an. Er war sichtlich überfordert mit der Situation. Die Kinder konnten ja nichts dafür, aber wussten die im Kindergarten denn das nicht, was Helal war und was nicht?! Dann entwich ihm ein äußerst unpädagogischer Satz aus dem Mund: „Na, dann ist es wohl geschehen! Ihr bekommt jetzt wie Pinokkio Eselsohren. Könnt ihr euch noch an die Folge erinnern, als er nicht hören wollte und zur Strafe ganz lange Ohren bekam? Tja, das passiert dann wohl auch demnächst mit euch, in eurem Fall dann Pferdeohren, wegen der Pferdesalami.“

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Die Kinder rannten zum Spiegel. Voller Angst betrachteten sie tagelang ihre Ohren, bis ihr Vater ihnen gestand, dass er den beiden eine Lektion erteilen wollte. Er brachte ihnen zur Sicherheit das kleine „Helal Einmaleins“ bei:

1. zur Sicherheit kein Fleisch,

2. kein Alkohol und

3. alles was wir von zu Hause nicht kennen lieber weg lassen.

Diese kleine Anekdote haben tatsächlich ich und mein kleinen Bruder erlebt. Wir haben tagelang in den Spiegel gestarrt und unsere Ohren beobachtet. Pferdesalami war ab diesem Zeitpunkt ein NO-GO für uns!

Nach über 30 Jahren hat sich auf diesem Gebiet sehr viel verändert. Alles, was wir früher als „bedenkenlos“ verzehrt haben, meiden wir im Regal des Discounters. Dank den E-Nummern ist quasi die DNA des Lebensmittels entziffert- zum Großteil zumindest. Wer hätte damals gedacht, dass selbst pures Brot, Joghurt oder gar Käse nicht-Helal sein kann?!

Die Branche boomt. Wer die Marktlücke entdeckt hat, versucht die Helal-Community für sich zu gewinnen. Es kommen täglich neue Alternativprodukte auf den Markt, den Veganern sei Dank! Wer sicher gehen möchte kann in den sozialen Medien unzählige Foren finden, auf denen Konsumenten Kontakt aufnehmen und fragen, ob der Saft mit Gelatine geklärt wurde und welches Aroma denn in dem Kuchen nun drin ist. Für die ganz Genauen kann die App beim Einkaufen behilflich sein. Zwar gibt es immer noch unzählige Produkte, die nicht im System aufgenommen sind aber im Zweifel kann man dann ja auf die gewohnte Chips-Tüte zugreifen als mit der neuen Sorte auf Risiko zu gehen. Kitas und Schulen haben teilweise schon seit langem das Schweinekotelett weggelassen. Man kann aber auch gerne ganz auf Fleisch verzichten und sich bei dem vegetarischen Menü eintragen. Wobei in manch einer Einrichtung dieses sich dann erstaunlicherweise als abartig anders herausstellt. Die Vorstellung, dass das vegetarische Menü am Beispiel von Pizza dann eben als Pizza mit Gemüse Belag auf den Teller sollte, entspricht nicht der Realität. Das Kind mit dem veggie-Menü bekommt Gemüsesuppe, als ob es nicht schon genug „bestraft“ wäre! Wir arbeiten noch dran!

Das kleine Helal Einmaleins meiner Eltern habe ich meinen Kindern mitgegeben. Sicher werden diese es meinen Enkeln weitergeben. Sie lernen gerade, dass Helal Ernährung keine besondere Folterform ist, sondern eine Philosophie des bewussten und gesunden Umgangs mit Essen. Denn Helal Ernährung bedeutet nicht nur Schwein und Co. wegzulassen. Nein, Helal Essen bedeutet, jegliche Schadstoffe für den Körper und den Geist zu meiden und nur soviel zu sich zu nehmen, wie viel wir auch tatsächlich benötigen.

Bildquelle: http://de.kingdomhearts.wikia.com/wiki/Pinocchio

Türkisch-Heiraten für Dummies

Die Geburt, der Tod und die Hochzeit eines Menschen zählt zu den wichtigsten Ereignissen im Leben. Bei Geburt und Tod ist man zwar Hauptdarsteller jedoch hat man ansonsten nichts zu bestimmen. Bei der Hochzeit hingegen kann Mann oder Frau im Normalfall so eine Menge mitbestimmen und gestalten.

Je nach Alter, Kultur, Religion, Status und Budget (welches in der Tat bei diesem Lebensereignis eine sehr große Rolle spielt) nimmt die Gestalt der Hochzeit ein Format an. Sie variiert von romantischem Eheversprechen in engstem Kreis, wobei der minimalste Kreis auf drei Personen beschränkt ist, das heisst Braut, Bräutigam und „Kraft des Amtes berechtigte“ Person. Im Gegenzug gibt es für den maximalen Kreis keinerlei Begrenzungen nach oben. In manchen Kulturkreisen heisst es „je mehr, desto lustiger“. Die bisher teuerste Hochzeit soll 1981 in Abi Dhabi mit einem stolzen Preis von 100 Mio Dollar gekostet haben, als das Landesoberhaupt geheiratet hat. Nicht ganz so teuer sind türkische Hochzeiten, aber an einem weltweiten Hochzeitsranking würde man wohl sicher unter die Top 10 kommen.

Nun folgen einige Punkte bezüglich dem Heirats- und Hochzeitsverhalten türkischer (und stämmiger) Menschen. Achtung der Text bedient sich auf Verallgemeinerungen und Klischees, beabsichtigt jedoch weder Abwertung noch Gehässigkeit. Ausnahmen bestätigen nicht die Regel!

Partnerwahl

Laut einer Studie aus dem Jahre 2013 des Familienministeriums der Türkei, werden 51% der Menschen verkuppelt. Freunde und Bekannte bringen gerne Menschen und Familien, von denen man ausgeht, dass sie ein gutes Paar abgeben könnten, gerne zusammen. Überwiegend wird diese „gute Tat“ von Frauen, insbesondere älteren Frauen, eingefädelt.

Nach kurzer „Absprache“ der jeweiligen Positionen, Erwartungen und Haltungen gehen Türken für gewöhnlich zum nächsten Schritt über. Ein langes Ausgehen miteinander dulden meist die „indirekten Teilnehmer“ nicht. Erster Ansprechpartner ist fast immer die Mutter. Diese wird in die gesamte Planung involviert. Falls die Chemie stimmt und die jungen Menschen sich den nächsten Schritt vorstellen können, darf die Mutter dem Vater das Projekt vorstellen. Je nach Performance und didaktischem Können, kann Mutter schon mal mehrere Anläufe benötigen, bis Vater „freiwillig“ zum „Kennenlern-Treffen“ einwilligt. Dieses Treffen besteht aus jeweils einem gegenseitigen Besuch. Man trifft sich bei der anderen Familie, trinkt, isst und redet über Alltag und Geschehen. Bei diesem formlos locker wirkenden Treffen werden jeweils Familienangehörige, Familienbeziehungen, kulinarisches Können der Frauen, finanzielle Situation, politische Einstellung und wesentliche Charakterzüge abgecheckt.

Falls man diesen Schritt als „bestanden“ abhacken kann, geht man über zur nächsten Station…

Um die Hand anhalten

Man kann diesen Schritt durchaus schon als Zeremonie bezeichnen. Die Familie des zukünftigen Bräutigam kommt mit gesamter Familie zur zukünftigen Braut und hält bei ihren Eltern um ihre Hand an. Dieses Treffen findet häufig am Abend und am Wochenende statt, da man hierzu bereits ganz enge Freunde oder Verwandte einlädt. Meist werden bereits nach der Anfrage, für die es übrigens eine fest vorgeschriebene Formulierungsweise gibt, Ringe ausgetauscht. Viele Familien feiern nach dieser Zeremonie noch eine gesonderte Verlobungsfeier, für die übrigens die Brautseite zuständig ist, aber manch eine Familie legt die Verlobungsfeier mit „Anfrage“ zusammen und er-spart sich somit Geld und Stress. Nach dem der Brautvater einwilligt, kommt die Braut mit einem Tablett mit Mocca. Der Mocca des Bräutigams ist hierbei gesondert. Er ist nicht wie alle anderen süss, sondern salzig. Die Pointe hierzu könnt ihr gerne bei der lieben Kübra  nachlesen.

Danach geht es zack-zack

Verlobungen werden bei Türken nicht lang gestreckt. Bei wohlwollenden und guten Taten sollen die Muslime sich eilen, heisst es in einem Hadith. Im Schnitt dauert eine Verlobung mindestens vier Monate und maximal ein Jahr. So viel Zeit, wie man eben benötigt, um sich kennen zu lernen, die Hochzeit zu planen und das neue Zuhause einzurichten. Das Kennen-lernen variiert von Familie zu Familie.

Türkisch einrichten

Das Einrichten des Zuhauses klingt zunächst gängig und klar. Allerdings kann diese Aktion für manch ein Paar die Trennung vor der eigentlichen Hochzeit bedeuten. Immer noch gibt es in fast jeder türkischen Familie einen strikten Plan, was die Zusammenstellung von der Wohnungseinrichtung des jungen Paares betrifft. Aussteuer (sämtliches Küchenutensil also von Kaffeelöffel bis Dampfkochtopf, Bettwäsche, Bettzeug, Handtücher, Gardinen, Haushaltsgegenstände, etc. ) und die Schlafzimmermöbel werden von den Eltern der Braut bereit gestellt. Es ist ein striktes Tabu, second Hand Sachen zu kaufen. Lieber kauft man ein No-Name Utensil als ein gebrauchtes Markenteil! Elektrogeräte und Wohnzimmer (eventuell auch Esszimmer und weitere Möbel ebenso) werden von den Eltern des Bräutigams beigesteuert. Das besagte Ende der noch nicht angefangenen Beziehung hängt oft mit Streitigkeiten wegen dieser Gegenstände, bei der nicht Übereinstimmung von Besorgung oder Aufteilung, ja sogar dem Nicht-Gefallen des Stils zusammen. Es kommt nicht selten vor, dass Familien, die bereits Hochzeitseinladungen versendet haben, die Feier aufgrund „unüberbrückbarer Differenzen“ absagen.

Hochzeit

Die Hochzeitsplanung unterliegt ebenso strengen Vorschriften. Eine türkische Hochzeit besteht im Grunde aus zwei Komponenten: dem Henna-Abend und der eigentlichen Hochzeit. Mittlerweile kommt noch eine dritte Komponente hinzu: die standesamtliche Trauung (diese variiert jedoch stark; in der Türkei kommen Standesbeamte (7daysx24hours) egal wann auf Hochzeiten und trauen Paare; deutsche Standesbeamte sind da wohl nicht so flexibel, folglich richtet man sich nach dem Termin). Besonders für türkische Trauungen ist, dass es einen Brauch gibt, der besagt, wer das Sagen in dieser Ehe haben wird. Je nach dem wer, ob Braut oder Bräutigam, nach der Trauung schnell genug ist, dem anderen auf den Fuss zu treten, so der Aberglaube, wird die Führung der Beziehung übernehmen. Man begegnet häufig gutgewillten Freunden, die dem Freund oder der Freundin einflüstern, sie solle ja nicht vergessen oder gar verfehlen auf den Fuss des Geliebten zu stampfen. Ob der Brauch etwas bringt, wurde bisher nicht wissenschaftlich erprobt 😉

Der Henna-Abend findet traditionell ein bis zwei Abende vor der eigentlichen Hochzeitsfeier statt. Dieser Abend ist ein reiner Frauenabend bei dem die Braut sich von ihren Freundinnen, Bekannten und Verwandten quasi verabschiedet, ein Junggesellinnenabschied wenn man so will (mittlerweile gibt es allerdings auch Feiern an denen die Männer auch entweder komplett oder zumindest nur bei der eigentlichen Henna-Zeremonie mit dabei sind). Dabei wird sehr sehr viel getanzt und es gibt eine besondere Zeremonie bei der die Braut mit Henna Verzierungen an der Hand „aufgehübscht“ wird. Vor dieser Zeremonie wird in der Regel das Licht gedämmt, der Braut ein roter Schleier umgehängt und oft traditionell traurige Abschiedslieder gesungen, um die Braut zum Weinen zu bringen. Das Henna wird vorher auf einem pompös geschmückten Tablett in überwiegend roter Farbe zubereitet. Freundinnen der Braut umkreisen zum Lied die Braut. Zum Ende des Liedes darf eine glücklich verheiratete Frau die Hand der Braut mit Henna beschmücken. Sie überträgt symbolisch Glück auf die Braut. Zuvor muss allerdings die zukünftige Schwiegermutter die Braut noch dazu bringen ihre Hand zum Schmücken zu öffnen. Die Braut ballt ihre Hände zu Fäusten, bis die Schwiegermutter ihr Goldmünzen schenkt. Diese werden in die Hand Innenflächen gelegt und darüber kommt dann die Henna-Paste. Die kompletten Kosten dieser Feier übernimmt die Braut-Seite.

Die Kosten der Hochzeit hingegen werden von der Bräutigam Seite getragen. Die Formate der Feierlichkeiten variieren enorm. Von der schlicht und nach Frauen und Männer getrennten religiösen Feier in der Moschee bis hin zum Mega-Event mit Feuerwerk mit Gästezahl im vierstelligen Bereich- die Palette ist breit. Was alle diese Hochzeiten jedoch gemeinsam haben ist, dass:

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  • die Braut ein weisses Brautkleid trägt und der Bräutigam einen Anzug;
  • unter dem Schuh der Braut Namen von ledigen Freunden stehen, in der Hoffnung, dass die, deren Namen nach der Feier nicht mehr dran stehen, als nächstes dran sind;
  • der Bräutigam die Braut mit einem nett/üppig hergerichteten Wagen bei ihr Zuhause abholt;
  • beim Abholen die Braut sich von ihren Eltern traditionell mit einem Handkuss verabschiedet und dass dabei fast alle Teilnehmer ganz bitterlich weinen- insbesondere beim Abschied vom Vater;
  • dem Paar Gold und Geld geschenkt wird;
  • es nicht geschriebene aber dennoch allen bekannte Geschenkvergaberichtlinien gibt  nach dem Prinzip: ich bringe dir jenes Geschenk zur Hochzeit deines Kindes, welches du meinem Kind auf seiner Hochzeit geschenkt hast zurück;
  • die Schenkungszeremonie öffentlich und allen sichtbar in Form einer gleichzeitigen persönlichen, manchmal annoncierten Übergabe erfolgt;
  • Braut und Bräutigam schon während der Feier total froh sind, dass nun alles endlich vorbei ist.

Wir wünschen allen frischen Paaren und jenen, denen alles noch bevorsteht, alles Gute…