Der erste bewusste Erfolgsmoment

flying words

Jeder Mensch erlebt etappenweise gewisse Erfolgsmomente im Leben. Das fängt beim ersten gekonnten Handgriff an, geht über zum ersten Schritt und dann weiter mit dem ersten Wort. Diese Erfolgsmomente sind sicher von großer Bedeutung und prägen höchstwahrscheinlich auch unsere Persönlichkeit. Doch ist wahrscheinlich der allererste bewusst erlebte und erreichte Erfolgs- und Glücksmoment der, an dem ein Mensch lesen und schreiben gelernt hat. Dieser Moment ist nämlich der erste unvergängliche Moment, den man im Gebiet der interpersonalen Kommunikationsebene erreicht. Denn das geschriebene Wort hat einen derartig großen Radius, das in unserer heutigen Zeit sowohl Raum als auch Zeit sich ausdehnen in unvorstellbare Weiten. Die meisten jungen Erdenbürger hinterlassen wohl ihr erstes Produkt des Erfolges noch auf Papier. Dies könnte in einigen Jahren wohl nicht mehr der Fall sein. Dann werden eventuell die kleinen Erfolgsmomente im Syberspace umherschwirren und zu einer unbestimmten Zeit auf einen unbestimmten User treffen.

Ich bin froh, dass mein Produkt noch auf einem DINA 5 Heft aus ungebleichtem Papier im Keller meiner Eltern auf meine noch nicht anwesenden Enkel warten darf.

Laterne, Laterne, Sonne Mond und

Gestern Abend hatte meine kleine große Tochter ihre Premiere: Laternenumzug im Kindergarten. Wir konnten zwar keines der zuvor wochenlang ewig einstudierten Laternenlieder mitsingen, weil wir viel zu sehr damit beschäftigt waren uns auf die Kerze und die Laterne zu konzentrieren und gleichzeitig zu hinterfragen warum denn nun alle Kinder mit ihren Eltern um diese Uhrzeit so laut singen. Ach ja und der Hit war ja dann St. Martin auf seinem weißen Ross:“ Mama, ich glaub das Pferd muss jetzt langsam schlafen, es schnauft schon so müde“. Das war dann das Stichwort, dass wir uns von der Party frühzeitig verabschieden. Auf dem Heimweg haben wir uns dann noch so einen batteriebetriebenen Laternenstab besorgt und dann noch daheim ganz viel „Laterne, Laterne…“ gesungen.

Ich war verwundert, dass ich teilweise die ganzen Lieder noch immer sehr gut konnte, obwohl ich sie seit knapp 30 Jahren nicht mehr gesungen habe. Dann ist mir eingefallen, dass ich wahrscheinlich noch viel katholischer bin, als viele der am Abend anwesenden Eltern. Ich war ja auch drei Jahre im katholischen Kindergarten und neun Jahre auf einer katholischen Mädchenschule. Wen wundert’s da:))

bye bye und komm bald wieder

Ich kann mich noch an den ersten Tag erinnern, an dem wir uns kennenlernten. Du lagst in einer babyblauen Babytrage, die auf einem Stuhl stand, unter dem Fenster. Es war am Nachmittag. „Das ist deine Schwester“ sagten sie, und ich schaute in die Trage hinein und fand dich auf Anhieb sympathisch, was man von unserem Bruder nicht behaupten konnte. So fing das an mit uns.

Du wolltest immer ein Abenteuer und heute hast du DEIN  Abenteuer angetreten. Du sahst schon irgendwie etwas hilflos aus am Flughafen am Check-in. Und als dir dann auch noch der Anschlussflug von Madrid nach Granada entwischt ist, hat dann wohl dein Abenteuer richtig gut und richtig schnell begonnen.

Du sitzt jetzt wahrscheinlich im Bus nach irgendwo. Dir ist womöglich ein bisschen kalt und vielleicht auch etwas schlecht. Aber das gehört bestimmt dazu wenn man die große weite Welt erkundet. Ich glaube ich werde dich sehr vermissen und auch sehr viel an dich denken. Dennoch freue ich mich für dich und bete, dass du wieder gesund nach Hause kommst.

Deine Dich Liebende Schwester

Breakfast at Hilal`s

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages- diesem Motto schließe ich mich gerne an. Ich mag es leider gar nicht immer jeden Tag das selbe zum Frühstück zu essen, deshalb probiere ich immer wieder neue Rezepte aus. Um diese Rezepte objektiv bewerten zu können lade ich dann immer eine Testperson ein:)

SUPERMAN WAR MEIN AZUBI

Ich staune seit kurzem nicht schlecht wie viel ich doch so leisten kann. Jetzt denken vielleicht einige:“ oh Mann! Eigenlob stinkt bestialisch!“ Aber das sage ich jetzt nicht um mein Ego in den siebten Himmel zu verfrachten sondern viel eher um mir einen kleinen Klopfer auf die Schulter zu gönnen.

In den letzten fünf Tagen hatte ich auf Grund der Fastenzeit einen richtigen Besucheransturm, Allah möge sie nicht missen, aber dennoch dachte ich mir dann so gegen Mitternacht, als sie dann wieder nach Hause gingen, dass ich eventuell etwas härteres als nur Schlaf bräuchte. Wobei ich ja schon Schwierigkeiten hatte puren Schlaf zu erhalten, denn ich stille ja natürlich total verantwortungsbewusst und fleißig und mit zwei Monaten da checkt man das dann halt nicht dass die Mama eigentlich total fertig ist.

Nun denn, in diesen fünf Tagen habe ich dann gemerkt , dass man dankbar sein muss dass man zwei Töchter hat und nicht irgendwelche hyperaktiven Jungs die mit nichts und niemandem zufrieden sind oder gleich losbrüllen weil ihnen was nicht passt.  Aber vor allem habe ich gelernt dankbar zu sein, für jegliche Form von Nahrung und Flüssigkeit, denn anderen Menschen wie zum Beispiel denen in Somalia geht es in dieser Hinsicht nicht so gut wie uns. Ebenso habe ich gemerkt, dass ich eine exzellente Köchin bin und binnen weniger Stunde ein Fünf-Sterne-Koch-Menü zaubern kann.

Multi-tasking ist wohl hier das Zauberwort, in wenig Zeit mehrere Sachen auf einmal machen und erledigen können. So sitze ich dann halt auch mal am Laptop und versuche zu schreiben während die kleine Maus im Maxicosi liegt welches rhythmisch mit einem Bein geschaukelt wird und obendrein versuche ich die Dame vom Call-Center der Meinungsforschungsinstituts blabla am Telefonhörer abwimmeln.

Tja und genau diese Fähigkeit war es denn auch wieso damals der junge Clark zu mir kam und sagte:“ Liebe Hilal bitte bitte bilde mich aus und lehre mich deine Weisheiten! Mein Herz wäre mit Stolz und Freude erfüllt wenn ich die Fähigkeit deiner Stärken erlernen dürfte“.  Das war der Tag an dem Clark bei mir mit der Lehre anfing….

Once again…

Ich bin seit genau 30 Tagen zum zweiten mal Mutter geworden. Ich kann mich nun offiziell als etablierte Mama bezeichnen. Es ist schon wirklich erstaunlich. Man könnte ja soviel plaudern, vom Wunder der Geburt, von der Entzücktheit eines kleinen Menschen, von der Schwierigkeit des Stillens oder von der Qual des Schlafmangels… Aber diese Themen schreiben ja nun schon eine Million blogger, deshalb erspare ich das mal der Welt.

Ich genieße einfach diese Zeit. Es ist einfach wunderschön dieses 3kg Persönchen auf der Schulter liegen zu haben und diesen kleinen und etwas hasstig wirkenden Atem im Nacken zu spüren. Ganz zu schweigen von diesem verzaubernden Duft den das kleine Fräulein hat. Wieso gibt es das eigentlich nicht als Parfum? „lovely baby“ das wäre wohl der Verkaufsschlager!

Ich freue mich einfach nur für mein Glück und bin dankbar für jede Minute, die ich mit diesen faszinierenden kleinen zwei Frauen erleben darf. Ich bin mir über dieses wunderschöne Geschenk durchaus bewusst und hoffe dass ich es mein Leben lang gut hüte und auf das Leben vorbereite.

Das Leben als Frau ist schön- das als Mutter ist einfach perfekt:)