CEMRE…

Laut Überlieferung fallen zu Beginn des Frühlings im Abstand von sieben Tagen drei CEMRE (aus dem arabischen übersetzt: Glut/Feuer) jeweils in die Luft, ins Wasser und dann in den Boden. Dieser Akt bewirkt, dass sich die Temperatur im jeweiligen Element danach stark erhöht und der Frühling unaufhaltsam kommen kann.

Früher dachte ich bei dieser Geschichte muss es sich um ein alt-Weiber Geschwätz handeln. Doch seit einigen Jahren verfolge ich dieses Datum genauestens und muss mit erstaunen feststellen, dass sich um diese Tage herum draussen tatsächlich etwas regt. Vor zwei Tagen ist nun der/die/das CEMRE in die Luft gefallen (im türkischen spricht man von einem Fall; wie vom Himmel).

Leute die Kinder haben kennen vielleicht den Zeichentrick Tinkerbell von Walt Disney. In diesem Film gibt es kleine Feen die alle eine ganz spezifische Aufgabe haben. Unter diesen Aufgaben gibt es die Rubrik Jahreszeiten. Folglich haben manche Feen die Aufgabe den Frühling zu organisieren. Ähnlich wie bei diesem CEMRE-Fall kommt mit Hilfe dieser Feen vom einen auf den anderen Tag, nach sehr viel Arbeit und Mühe, der Frühling.

Ich stelle mir das in diesen Tagen gerne so vor, dass einige Engel, die im Aufgabenbereich „Natur“ zuständig sind, mit dem „Los geht’s“ Zeichen eine Menge Energie umher wirbeln. Nach erledigter Aufgabe ist er dann auch endlich da: der Frühling….

ein bisschen Frieden, ein bisschen Sonne…

So haben wir die liebe Nicole in Erinnerung… ich weiß zwar nicht wie alt sie war und wie alt ich war… aber sie hatte so eine mega Dauerwellen-Mähne und saß mit einer Gitarre auf einem Barhocker und hat ihr Liedchen geträllert auf dem Eurovision Songcontest…

Ihr verdanken wir wohl die heutigen Friedens- und Konfliktforschungen. Und ihr verdanken wir dann  wohl auch die globale Erwärmung, denn „ein bisschen Wärme, das wünsche ich mir“ hat sie damals gesungen….

Heute denke ich mir, sie hätte vielleicht auch etwas Zeit wünschen sollen, dann wäre vielleicht manches heute nicht so hektisch. Denn viele Menschen sehnen sich heute wesentlich mehr nach Zeit und einen Alltag ohne Stress als nach Frieden…

Ja liebe Nicole so ist das eben, die Zeiten ändern sich!

Der erste bewusste Erfolgsmoment

flying words

Jeder Mensch erlebt etappenweise gewisse Erfolgsmomente im Leben. Das fängt beim ersten gekonnten Handgriff an, geht über zum ersten Schritt und dann weiter mit dem ersten Wort. Diese Erfolgsmomente sind sicher von großer Bedeutung und prägen höchstwahrscheinlich auch unsere Persönlichkeit. Doch ist wahrscheinlich der allererste bewusst erlebte und erreichte Erfolgs- und Glücksmoment der, an dem ein Mensch lesen und schreiben gelernt hat. Dieser Moment ist nämlich der erste unvergängliche Moment, den man im Gebiet der interpersonalen Kommunikationsebene erreicht. Denn das geschriebene Wort hat einen derartig großen Radius, das in unserer heutigen Zeit sowohl Raum als auch Zeit sich ausdehnen in unvorstellbare Weiten. Die meisten jungen Erdenbürger hinterlassen wohl ihr erstes Produkt des Erfolges noch auf Papier. Dies könnte in einigen Jahren wohl nicht mehr der Fall sein. Dann werden eventuell die kleinen Erfolgsmomente im Syberspace umherschwirren und zu einer unbestimmten Zeit auf einen unbestimmten User treffen.

Ich bin froh, dass mein Produkt noch auf einem DINA 5 Heft aus ungebleichtem Papier im Keller meiner Eltern auf meine noch nicht anwesenden Enkel warten darf.

Laterne, Laterne, Sonne Mond und

Gestern Abend hatte meine kleine große Tochter ihre Premiere: Laternenumzug im Kindergarten. Wir konnten zwar keines der zuvor wochenlang ewig einstudierten Laternenlieder mitsingen, weil wir viel zu sehr damit beschäftigt waren uns auf die Kerze und die Laterne zu konzentrieren und gleichzeitig zu hinterfragen warum denn nun alle Kinder mit ihren Eltern um diese Uhrzeit so laut singen. Ach ja und der Hit war ja dann St. Martin auf seinem weißen Ross:“ Mama, ich glaub das Pferd muss jetzt langsam schlafen, es schnauft schon so müde“. Das war dann das Stichwort, dass wir uns von der Party frühzeitig verabschieden. Auf dem Heimweg haben wir uns dann noch so einen batteriebetriebenen Laternenstab besorgt und dann noch daheim ganz viel „Laterne, Laterne…“ gesungen.

Ich war verwundert, dass ich teilweise die ganzen Lieder noch immer sehr gut konnte, obwohl ich sie seit knapp 30 Jahren nicht mehr gesungen habe. Dann ist mir eingefallen, dass ich wahrscheinlich noch viel katholischer bin, als viele der am Abend anwesenden Eltern. Ich war ja auch drei Jahre im katholischen Kindergarten und neun Jahre auf einer katholischen Mädchenschule. Wen wundert’s da:))

bye bye und komm bald wieder

Ich kann mich noch an den ersten Tag erinnern, an dem wir uns kennenlernten. Du lagst in einer babyblauen Babytrage, die auf einem Stuhl stand, unter dem Fenster. Es war am Nachmittag. „Das ist deine Schwester“ sagten sie, und ich schaute in die Trage hinein und fand dich auf Anhieb sympathisch, was man von unserem Bruder nicht behaupten konnte. So fing das an mit uns.

Du wolltest immer ein Abenteuer und heute hast du DEIN  Abenteuer angetreten. Du sahst schon irgendwie etwas hilflos aus am Flughafen am Check-in. Und als dir dann auch noch der Anschlussflug von Madrid nach Granada entwischt ist, hat dann wohl dein Abenteuer richtig gut und richtig schnell begonnen.

Du sitzt jetzt wahrscheinlich im Bus nach irgendwo. Dir ist womöglich ein bisschen kalt und vielleicht auch etwas schlecht. Aber das gehört bestimmt dazu wenn man die große weite Welt erkundet. Ich glaube ich werde dich sehr vermissen und auch sehr viel an dich denken. Dennoch freue ich mich für dich und bete, dass du wieder gesund nach Hause kommst.

Deine Dich Liebende Schwester

Breakfast at Hilal`s

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages- diesem Motto schließe ich mich gerne an. Ich mag es leider gar nicht immer jeden Tag das selbe zum Frühstück zu essen, deshalb probiere ich immer wieder neue Rezepte aus. Um diese Rezepte objektiv bewerten zu können lade ich dann immer eine Testperson ein:)

SUPERMAN WAR MEIN AZUBI

Ich staune seit kurzem nicht schlecht wie viel ich doch so leisten kann. Jetzt denken vielleicht einige:“ oh Mann! Eigenlob stinkt bestialisch!“ Aber das sage ich jetzt nicht um mein Ego in den siebten Himmel zu verfrachten sondern viel eher um mir einen kleinen Klopfer auf die Schulter zu gönnen.

In den letzten fünf Tagen hatte ich auf Grund der Fastenzeit einen richtigen Besucheransturm, Allah möge sie nicht missen, aber dennoch dachte ich mir dann so gegen Mitternacht, als sie dann wieder nach Hause gingen, dass ich eventuell etwas härteres als nur Schlaf bräuchte. Wobei ich ja schon Schwierigkeiten hatte puren Schlaf zu erhalten, denn ich stille ja natürlich total verantwortungsbewusst und fleißig und mit zwei Monaten da checkt man das dann halt nicht dass die Mama eigentlich total fertig ist.

Nun denn, in diesen fünf Tagen habe ich dann gemerkt , dass man dankbar sein muss dass man zwei Töchter hat und nicht irgendwelche hyperaktiven Jungs die mit nichts und niemandem zufrieden sind oder gleich losbrüllen weil ihnen was nicht passt.  Aber vor allem habe ich gelernt dankbar zu sein, für jegliche Form von Nahrung und Flüssigkeit, denn anderen Menschen wie zum Beispiel denen in Somalia geht es in dieser Hinsicht nicht so gut wie uns. Ebenso habe ich gemerkt, dass ich eine exzellente Köchin bin und binnen weniger Stunde ein Fünf-Sterne-Koch-Menü zaubern kann.

Multi-tasking ist wohl hier das Zauberwort, in wenig Zeit mehrere Sachen auf einmal machen und erledigen können. So sitze ich dann halt auch mal am Laptop und versuche zu schreiben während die kleine Maus im Maxicosi liegt welches rhythmisch mit einem Bein geschaukelt wird und obendrein versuche ich die Dame vom Call-Center der Meinungsforschungsinstituts blabla am Telefonhörer abwimmeln.

Tja und genau diese Fähigkeit war es denn auch wieso damals der junge Clark zu mir kam und sagte:“ Liebe Hilal bitte bitte bilde mich aus und lehre mich deine Weisheiten! Mein Herz wäre mit Stolz und Freude erfüllt wenn ich die Fähigkeit deiner Stärken erlernen dürfte“.  Das war der Tag an dem Clark bei mir mit der Lehre anfing….